Fortuna Düsseldorf schafft den Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga. In einer chaotischen Schlussphase. Und die Schwarmintelligenz versagt.
Noch zwei Minuten sind in der Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin zu spielen. Es geht um die Relegation, steigt Hertha ab oder Fortuna auf? Beim Stande von 2:2 (Hinspiel 1:2 in Berlin) ist Fortuna fast schon aufgestiegen, da stürmen so genannte Fans den Platz. Es werden bengalische Feuer gezündet, manche versuchen Rasenstücke aus dem Platz als Souvenir mitzunehmen, Chaos bricht aus.
Nach 15 Jahren Abstinenz ist die Sehnsucht meiner Heimatstadt nach erstklassigem Fußball unbeschreiblich. Kaum einer konnte es erwarten, erst recht nicht bei einem derart knappen Spiel. Und so missverstehen ein paar Anhänger einen Pfiff des Schiedsrichters als Schlusspfiff und stürmen auf den Rasen. In Sekundenschnelle entsteht etwas, das man negative Schwarmintelligenz nennen könnte: Einer rennt, also rennen alle. “Intelligenz” ist in diesem Fall leider nicht vorhanden. Und so füllt sich das Spielfeld innerhalb von Sekunden mit Zuschauern, und die Spieler suchen ihr Heil in der Flucht.
Der Image-Schaden für den Club ist enorm. Über das Spiel wird heute kaum gesprochen, stattdessen hagelt es Schlagzeilen wie “Fan-Chaos überschattet Düsseldorfer Aufstieg“, “Chaotische Szenen überschatten Fortuna-Aufstieg” und “Fortuna kehrt nach Skandal-Spiel in die Bundesliga zurück“. Und auch auf der Facebook-Seite von Fortuna hagelt es Kritik. Ein Kommentator meint sogar, dass die Fan-Zahl der Seite rapide gesunken sei direkt nach dem Spiel. (Kann das jemand nachprüfen?)
Bekannte von mir, die live beim Spiel dabei waren, erzählen dagegen, dass von “Todesangst” “Mob” oder “Blutbad” keine Rede sein konnte. Es standen stattdessen Eltern mit ihren Kindern auf dem Platz und haben gefeiert. Dass die Fernsehbilder einen anderen Eindruck vermitteln, kann ich aus eigener Erfahrung verstehen, auch mich hat das Geschehen mitgenommen. Allerdings waren im Fernsehen keine bengalischen Feuer aus dem Fortuna-Block zu sehen, sondern lediglich welche aus der Hertha-Ecke. Schämen sollten sich also beide Parteien.
Ja, wir sind wieder erstklassig. Und es gibt so viele positive Nachrichten über den Club zu berichten. Aufgestiegen nach 15 Jahren, zwischenzeitlich in der vierten Liga. Andreas “Lumpi” Lambertz, der Kapitän der Fortunen ist der erste Spieler, dem der Aufstieg von der vierten in die erste Liga mit dem gleichen Club gelungen ist. Die Begeisterung in der Stadt ist so groß wie lange nicht, ein Zuschauerschnitt von 32.000 in der zweiten Liga zeigt dies deutlich. Ich kann nur hoffen, dass die Sicherheitsvorkehrungen künftig verstärkt werden, so dass es künftig wieder über den Sport gesprochen werden kann und nicht über Chaos.


DER Lambertz, der nach dem Spiel ein so “großartiges” Vorbild abgegeben hat und in der Menschenmenge mit einem Bengalo feiert???
Der sollte mal lieber in der 4. Liga bleiben!
Also ich war auch dabei.
Das alles hatte nichts mit Gewalt zu tun. Ein Bruchteil der Anwesenden hat den Rasen gestürmt und wurde von den übrigen Zuschauern mit Sprechchören bedacht (Und ihr wollt Fortunen sein?)
Ultras, organisierte Fans etc. die man gerne für solche DInge verantwortlich macht waren übrigens nicht auf dem Platz.
Warum sollte man sich als Fortune für die Bengalos schämen?
Im Gegensatz zu der Hertha Aktion waren sie ein Ausdruck der Freude und wurden völlig friedlich eingesetzt.
PYROTECHNIK LEGALISIEREN – EMOTIONEN RESPEKTIEREN.
Im TV waren keine bengalischen Feuer auf seiten der Fortuna zu sehen? Welches Spiel haben Sie denn geschaut?! Oder haben Sie es überhaupt gesehen? Für mich klingt der Blog wenig objektiv. Bereits im TV konnte man während des Spiels fast zeitgleich zu den Bengalos der Herthaner nach dem 2:1 auch einige in den Fortuna-Blöcken erblicken. Genauso wie nach dem Spiel auf dem Rasen.
Im Übrigen ist Lambertz nicht der erste Spieler, der mit einem Verein von der 4. in die 1. Liga marschiert ist.
Es gab Bengalos auch bei den Fortunen, aber die sind nicht aufs Spielfeld geflogen. Dennoch: Es ist verboten im Stadion (der Spochtsfreund RT hat es ja erkannt, wenn er von “legalisieren” spricht) und es gefährdet daher auch den sportlichen Erfolg.
Solange es nicht erlaubt ist, hat es daher auch im Stadion nix verloren. Ist doch nicht so schwer.
Aber den Ultras und den anderen organisierten Fans einen Vorwurf zu machen, ist auch falsch. Die haben auch ein geiles Jahr abgeliefert. Und von denen ist keiner auf den Platz gerannt, die kennen die Regeln beim Fußball.
“Und so missverstehen ein paar Anhänger einen Pfiff des Schiedsrichters als Schlusspfiff [...]” – Stimmt so nicht. Der Schiedsrichter hat nämlich gar nicht gepfiffen (was bei einem Abstoß so üblich ist). Ist aber ja auch egal jetzt. Es bleibt abzuwarten, wie die DFL nun entscheidet.
Die Motivation der Fans ist auch eigentlich nicht von Bedeutung. Wichtig war, ob das Spiel hätte anders ausgehen können, wenn sie nicht alle aufs Feld gerannt wären.