Das Königreich der Düfte liegt in der Hamburger Speicherstadt. Das “Spicy’s Gewürzmuseum” bietet neben Gerüchen und Informationen vor allem eins: Werbung, Werbung, Werbung.

Ein unscheinbarer Eingang führt in die zweite Etage einer der unzähligen Klinkerbauten. Dort verbirgt sich das Gewürzmuseum Hamburg. 3,50 Euro kostet der Eintritt in die Welt der Gewürze, Kinder bekommen ein kleines Päckchen Gummibärchen, Erwachsene eine Probe Pfeffer mit auf den Besuch gegeben. Und schon geht es los: Zahllose Säckchen voller Gewürze stehen bereit, angefasst, berochen, zerrieben und anderen unter die Nase gehalten zu werden.

 

Pfeffer, Salz, Zimt, Thymian, Koriander: Es gibt nichts, was es hier nicht gibt. Für Hobby-Köche eine wahre Wonne. Selten hat man die Möglichkeit, seltene Gewürze anzufassen und sich intensiv damit zu beschäftigen. Etliche Schilder geben Hinweise darauf, wie diese Gewürze geerntet, verarbeitet und verwendet werden.

Eine Besonderheit, die ich in vielen Museen bereits gesehen habe, ist das Sponsorship. Im Gewürzmuseum ist es sehr deutlich zu erkennen. Schaufensterkästen präsentieren in großen Auslagen historische Produkte von Unternehmen wie Maggi, Knorr, Fuchs und Hela.

Zur Abwechslung – und weiteren Information – gibt es Schaubilder und Kästen voller Produkte.

Eine clevere – und bei diesem Thema einfach passende – Kombination aus Historie, Information und Product Placement. Clever insofern, als dass sich das Museum schon beinahe vor der Öffnung monetär amortisiert haben könnte (reine Spekulation!). Und doppelt clever, da es als Werbung gar nicht wahrgenommen wird. Meinen Bekannten ist nämlich das Sponsoring gar nicht unangenehm aufgefallen. Ganz im Gegenteil: Der Maggi-Kasten z.B. sorgte für große Begeisterung.

Ich finde, der Besuch lohnt sich, gerade für Kinder, die alles anfassen können, aber auch für große Kinder, die Gewürze auch mal außerhalb einer Plastik-Verpackung kennenlernen wollen. Und den einen oder anderen könnte sich dieses besondere Gewürz am Ausgang ja doch “reizen”.