Die Ferienzeit ist vorbei und langsam aber sicher kommen alle Urlauber nach Hause zurück. Eine Frage: Wie viele von euch haben eine Postkarte im Briefkasten gehabt? Wie viele von euch haben eine geschrieben? Und was hat das mit Marketing zu tun?
Zum ersten Mal seit etwa 10 Jahren, lass es 15 sein, habe ich aus dem Urlaub Postkarten an Freunden und Verwandten geschickt. Und es war ein tolles Gefühl. OK, es gibt viele Gründe gegen Postkarten:
- Sie kosten Geld
- Es dauert ewig, bis sie ihr Ziel erreichen (Grundsätzlich ist man eher daheim als die Karte)
- Man muss sie mit der Hand schreiben, so richtig mit Stift
- Es passt nicht viel Text drauf, von Fotos und Filmen ganz abgesehen
Warum finde ich sie trotzdem so toll?
Weil sie in der heutigen digitalen Welt etwas Ungewöhnliches sind. Jeden Tag habe ich zwischen 50 und 100 E-Mails im “Postfach”, meinen Briefkasten erreichen höchstens Werbung oder Rechnungen. Und wenn ich Urlaubsberichte aus fernen Landen erhalte, dann meist per Mail, über Facebook oder per SMS. Diese Nachrichten gehen oft unter im immer schneller werdenden Alltag. Bekommen, gelesen, abgelegt im Archiv. Wie groß dagegen meine Freude, wenn ich einen handgeschriebenen Brief erhalte. Nur an mich adressiert, ganz persönlich, und nicht mit Peter, Paul, Mary und dem gesamten Fußballverein in cc. Weil jemand ganz allein an mich gedacht und sich die Mühe gemacht hat, eine Karte auszusuchen, sie zu beschreiben, eine Briefmarke draufzukleben und sie zur Post zu bringen.
Wenn man jemanden heutzutage überraschen, erfreuen, erreichen möchte, muss man etwas Ungewöhnliches tun, man muss auffallen, man muss persönlich sein. Das ist bei Freunden nicht anders als bei Konsumenten. Mails verschwinden nach dem Lesen im Archiv des Postfachs und erblicken nie wieder das Licht der Welt. Postkarten dagegen werden gesammelt (wenn sie denn schön sind), in kleine Boxen gepackt, im besten Fall ans Schlüsselboard oder den Kühlschrank geheftet und erinnern einen noch Wochen und Monate später an den Menschen, der sie schrieb. Eine Mail kann das nicht leisten.
Jetzt gibt es allerdings da ein paar kleine Problemchen
Wem schicke ich eine Postkarte? Schicke ich sie einer Auswahl, könnten andere beleidigt sein. Teile ich auf in “Gute Freunde”, die eine Postkarte bekommen, und “Bekannte”, die eine Massenmail erhalten? Da man unmöglich allen eine Karte schicken kann, tut es – wie so oft – wahrscheinlich eine gute Mischung aus Mail und e-Mail.
Tipps für kreatives Postcarting
Wer mehr Spaß beim Verschicken haben möchte und die Interaktivität sucht, kann z.B. einen Hyperlink auf die Postkarte setzen und auf den Flickr-Account oder das Blog verweisen. Sehr bewährt haben sich auch Postkarten, die man aneinanderlegt, einen durchgängigen Text schreibt und an mehrere Freunde schickt. Diese müssen sich dann treffen, um den Text zu entziffern. Kann auch zum Verkuppeln genutzt werden…
Wie sieht es bei euch aus? Findet ihr Postkarten altmodisch? Romantisch? Unnütz? Und wie kommuniziert ihr in Urlaub nach Hause?
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