Morgens BILD-Zeitung, 20 Uhr Tagesschau: So war es früher und so ist es bei vielen auch heute noch. Die Fernsehsender und Tageszeitungen als Gatekeeper der News. Sie filtern für den Zuschauer und Leser aus Tausenden von Meldungen diejenigen raus, die sie für die Allgemeinheit für relevant halten. Doch in Zeiten des Social Web und der zunehmenden Individualität haben sich neue Teilnehmer gefunden: Jeder von uns kann nun Content-Lieferant und gleichzeitig Gatekeeper sein. Doch oft ergibt sich daraus ein kaum zu händelndes Chaos.

Heutzutage stellen wir unsere Nachrichten selber zusammen. Sei es bei Google News, beim RSS-Reader, bei dem wir Quellen abonnieren und uns dadurch informieren oder auch bei Twitter, bei dem wir uns die Accounts aussuchen, die wir für relevant halten und die uns die Neuigkeiten vermitteln, die zu unserem Verhalten und Wissensdurst passen. Im Gegenteil zu früher, wo wir nach den Nachrichten Ausschau gehalten haben, ist es heute so, dass uns die Nachricht findet (übrigens das Mantra von Nico Lumma). Wenn eine Meldung relevant ist, wird sie mehrfach gebloggt, getwittert, gefacebooked usw. und findet von uns früher oder später Gehör…Gesehr.

Doch Twitter (genau wie Facebook) hat viele Nachteile. Wenn man mehreren Hundert oder gar Tausend Leuten – oder auch News-Feeds – followed, ergibt sich schnell ein riesiges Chaos. Deutlich wird das vor allem bei Großveranstaltungen wie dem Eurovision Song Contest, bei dem etwa 95 Prozent meiner Timeline von Tweets wie “Super Lena!” oder “Dänemark war nicht so gut” überflutet worden. Da noch den Überblick zu behalten ist fast unmöglich. Deshalb gibt es verschiedene Hilfen, die einem das Informieren erleichtern.

Listen

Eine prima Möglichkeit, sich sehr schnell selektiert zu informieren, sind Listen. So kann man z.B. eine Liste seiner engsten Freunde anlegen, um zu sehen, was sie in den letzten Stunden gepostet haben. Oder man listet alle Tageszeitungen auf, um über Politik, Wirtschaft, Sport etc. Bescheid zu wissen. Einfach unter twitter.com auf seiner Seite eine neue Liste anlegen, ihr einen Namen geben und einzelne Accounts hinzufügen. Wenn man nicht möchte, dass Leute erfahren, dass sie nicht zu seinen “Freunden” gehören oder dass man Listen über “Diäten” führt, kann man diese “privat” schalten und damit für andere unsichtbar machen.

Twitter Times

Was sind die wirklich relevanten Themen in meiner Timeline? Darüber informiert Twitter Times. Die Seite sammelt die Links, die am häufigsten von deinen Freunden in den letzten 24 Stunden erwähnt wurden. Dadurch erhält man einen schnellen Überblick über das, was andere in den letzten Stunden interessiert hat.

rivva

rivva ist ein Aggregator für Nachrichten aus dem gesamten Social Web. Ob Blogs, Videos oder Tweets, alles was im Moment “in” ist, wird dort gezeigt. Funktioniert ähnlich wie digg.com, konzentriert sich aber auf deutsche Inhalte. Außerdem finden sich dort z.B. keine Sportnachrichten, da die deutsche Blogosphäre sehr technologiegetrieben sein scheint.

Paper.li

Paper.li ermöglicht es einem, ähnlich wie TwitterTimes, eine tägliche “Zeitung” anhand von Twitter-Accounts, Hashtags oder Listen zu erstellen. Großer Dank an Wolfgang Lünenbürger für den Tipp!

Kennt ihr weitere Plattformen, die News zusammentragen wie die oben angegebenen? Und wie orientiert ihr euch im immer weiter verzweigten Social Web?

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