Harley Davidson, was verbindet man damit? Nach einer nicht repräsentativen Umfrage im Bekanntenkreis Dinge wie: Route 66, Freiheit, Rock´n´Roll, American Way of Life und Hells Angels. Dieses Wochenende waren die “Harley Days” in Hamburg, eines der größten Biker-Treffen Deutschlands. Die Veranstalter erwarteten insgesamt bis zu 50 000 Biker und etwa 500 000 Schaulustige. Und neben krachenden Motoren und Benzingeruch gab es jede Menge Amerika und Freiheit zu sehen. Leider hat der Hamburger Einzelhandel diese Chance gründlich verpasst.
Wer sich auch nur ein wenig für Motorräder interessiert, wird seine helle Freude gehabt haben. Die unglaublichsten Bikes, die dicksten Reifen, kunstvoll verzierte Maschinen…für jeden war etwas dabei. Allerdings gefällt das Großevent in Hamburg nicht jedem. Viele Anwohner fühlen sich von den lauten Motoren und dem “Gestank” belästigt. Nicht nur deswegen sind die Veranstalter in regelmäßigem Zwist mit der Stadt Hamburg und müssen wieder und wieder um eine Genehmigung kämpfen.
Dabei steckt in einem Event wie diesem viel Geld für die Metropole an der Elbe. Doch leider wissen die wenigsten Geschäfte damit etwas anzufangen. Dabei wäre es so leicht, sich ein Stückchen vom Kuchen abzuschneiden. Beispiel Thalia-Bücherei auf der Spitaler Straße. Das Geschäft liegt nur wenige Meter neben der Stelle entfernt, auf dem sich am Samstag Hunderte der schönsten Maschinen auf der Mönckebergstraße präsentierten und Hunderttausende von Schaulustigen unterwegs waren. Auch ich machte einen kleinen Bogen, um mal wieder in den Regalen zu stöbern und entdeckte – per Zufall – “Höllenritt: Ein deutscher Hells Angel packt aus“. Schön versteckt in einem kleinen Regal in der ersten Etage. Warum stellt man so etwas nicht in die erste Reihe am Eingang? So viele motorradbegeisterte Menschen: Sicher möchte der Eine oder Andere mehr über die Geschichte erfahren, hinter die Kulissen einer der bekanntesten amerikanischen Marken blicken. Wie einfach wäre es gewesen, diese direkt auf der Straße abzuholen.

Und nicht nur für Büchereien eine Chance: Warum nicht bei einem Juwelier mal mit “Hier die Alternative zur Motorradkette” werben? Oder das “Route 66″-Menü beim Bäcker anpreisen? Oder bei der Pommes-Bude den “Hells Dog” oder die “Angel Fries” verkaufen? Bei der Apotheke das “Kleine Set für die große Tour” (von Haarwuchsmitteln und Hämorrhoiden-Pflastern ganz zu schweigen). Der Musikladen wirft die “Route 66-Hits” zum Sparpreis raus und wirbt mit “Ihr habt den Sound, wir die Musik”. Lederjacken hängen im Schaufenster und sagen “Du brauchst keine 80 PS, um Freiheit zu spüren”. Und das Nivea-Haus hat das “Haargel, das auch unterm Helm hält”. So oder ähnlich könnte es doch auch gehen. Einzelhändler werden es in Zukunft noch schwerer haben, gegen die Konkurrenz aus dem Internet anzutreten. Ein wenig mehr Kreativität würde ihnen guttun.
Fallen euch mehr Beispiele ein, was man zu den Harley Days alles hätte veranstalten können?
Mehr Fotos gibt es übrigens hier bei flickr. Und wer sich mehr über Harley Davidson informieren möchte, kann dies u.a. auf Twitter, Facebook oder Youtube tun. Und weil es viel zu viele gute Blogs aus Hamburg gibt, hier ein paar weitere Berichte über die Harley Days.
No related posts.
Ähnliche Artikel bereitgestellt von Yet Another Related Posts Plugin.




Mir fällt spontan nichts ein, aber ich stimme Dir völlig zu, die Geschäfte könnten da etwas mehr drauf eingehen. Stattdessen: überall die gleiche langweile WM-”Werbung”. Überall werden lieblos irgendwelche Deutschlandfähnchen ins Schaufenster gepackt, das war’s. Teil der Stimmung sein, jaja, ist klar.
Auf der anderen Seite zeigt vielleicht wieder, das werben eben gelernt sein würde. Denn an den Werbern liegt es u.a., den Kunden auf solche Ideen zu bringen.
Allerdings wäre es schon schön, wenn manche auch mal selbst auf eine so kleine und simple Idee kommen würden, wie Du sie oben genannt hast.: )