Amazon, itunes, Plattenladen. Dies könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Denn seit einiger Zeit machen sich immer mehr Online-Dienste daran, Musik zu “verleihen”. Wie funktioniert das? Gegen eine monatliche Gebühr kann man sich so viele Lieder anhören, wie man möchte. Napster war einer der ersten Dienste, die eine Download-Flat probiert, sich aber nicht wirklich durchgesetzt haben. Eine andere Herangehensweise hatte Roccatune, das kostenlos Musik zum Streamen anbot. Doch auch dieses Konzept war nicht von Erfolg gekrönt. Ganz zu schweigen von Musik-Streaming auf Handys. Vielleicht war die Zeit einfach noch nicht reif, die Smartphone-Dichte in Deutschland noch nicht so ausgeprägt, das UMTS-Netz nicht stabil genug. Doch jetzt kommt ein neuer Herausforderer, der ein aus Schweden bekanntes Prinzip kopiert, ähem, adaptiert hat und sich auf dem deutschen Markt breit macht: Simfy.
Wie funktioniert das Ganze? Im Gegensatz zu bekannten Plattformen wie last.fm kann man hier gezielt nach Titeln und Künstlern suchen und bekommt nicht eine Auswahl geboten, die deinem Musikgeschmack nahe kommen. Schauen wir uns das ganze mal genauer an.
Der wichtigste Punkt: Die Musik-Auswahl. Zurzeit sind mehr als 3 Millionen Songs verfügbar, mehr als 6 Millionen sollen es bald werden. Und da ist es wie so oft: Die Majors sind vertreten (Warner, …), Indie-Label eher weniger. Wer massenkompatible Musik sucht, wird also begeistert sein. So gibt es die neuesten und alten Alben z.B. von den Fantastischen Vier, Lady Gaga usw. Auch (mir bis vor kurzem) weniger bekannte Bands wie Gogol Bordello sind zahlreich vertreten. Doch eine Musik-Bibliothek, die lediglich 5 Lieder von Scooter vorweist, ist einfach lückenhaft.
Stöbern macht auf der Plattform ordentlich Spaß, man kann nach Songtitel, Künstler und Albumnamen suchen, die Charts (Deutschland, USA und Simfy-Charts) rauf und runter gehen oder den “Stöbern”-Modus wählen. Das ist alles ziemlich komfortabel und für jeden leicht zu bedienen. Ärgerlich, dass jeder(!) Song, den man auch nur für 2 Sekunden anspielt, direkt in der eigenen Bibliothek landet. Da sollten die Simfys nachbessern. Aber viel leichter geht Musik eigentlich nicht. Es sieht iTunes sehr ähnlich, nur klicken und der Song wird abgespielt.
Mittlerweile sebstverständlich gibt es eine iphone-App, die leider nur über die Grundfunktionen “Playlist” und “Suchen” nach Titel, Künstler und Album verfügt. Charts sucht man dort ebenso vergebens wie das tolle Stöbern der Browser-Version. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ansonsten gibt es nicht viel zu meckern, außer dass die App hin und wieder abstürzt. Gerade beim Joggen mehr als ärgerlich. Die Lieder laufen ansonsten ziemlich flüssig, und was die ersten Tests ergeben, frisst das Programm auch nicht übermäßig Akku-Leistung.
Nachteil des Systems: Man “besitzt” im eigentlichen Sinne keine Musik mehr, sondern leiht sie sich nur noch. Sobald das Abo ausläuft, kann man offline über keine der Songs mehr verfügen.
Fazit: So wird man zukünftig Musik hören. Man besitzt sie nicht mehr, sondern sucht in der “Cloud” und hat jederzeit die Auswahl aus Millionen von Songs. Wer weiterhin Musik lieber “besitzen” möchte, kann das ja tun. 10 Euro pro Monat dürften für niemanden zu viel sein. Statt eines einzigen Albums erhält man Millionen von Songs, in der Pro-Version sogar offline verfügbar. Der Gegenwert ist ziemlich hoch, und mit jedem Tag kommen neue Songs hinzu. Bis Dienste wie Spotify oder Rdio nach Deutschland kommen, kann man simfy sicher ausprobieren.
Einen tollen Beitrag über simfy mit vielen weiteren Infos findet ihr übrigens hier.
No related posts.
Ähnliche Artikel bereitgestellt von Yet Another Related Posts Plugin.



2 Comments
[...] more here: Musik hören der Zukunft? simfy im Test | Public Correlations Musik No Comments [...]
[...] knapp zehn Euro im Monat kann ich aus einer riesigen Auswahl meine Lieblingssongs zusammenstellen. Bisher war ich sehr begeistert von dem Dienst, allerdings haben mir gerade bei der iphone-App einige Sachen gefehlt. Und diese scheint die [...]