Sachar hat geschrieben, dass er nicht käuflich sei und u.a. deshalb noch keinen Beitrag zur Flip, einer HD-Kamera im Scheckkarten-Format, geschrieben hat. Da ich ihm das einerseits ohne Vorbehalte glaube und ihm andererseits Arbeit abnehmen möchte, schreibe ich meine Erfahrungen mit der kleinen HD-Kamera hier auf.
“Warum kaufst du so eine Kamera?” wurde ich gefragt. “Du hast doch ein iphone. Kann das nicht auch Video aufnehmen?” Ja, aber mein iphone verleihe ich nur sehr ungern. Und da ich für unsere Agentur gerne zukünftig mehr Bewegtbild haben möchte, um es intern und extern einzusetzen, braucht es dann doch etwas anderes. Und hier kommt der erste Vorteil der Flip: Sie ist nicht teuer. Das Einsteigermodell mit 4 GB kostet etwa 120 Euro, das größte Modell mit 8 GB ca. 150 Euro. Der Nachteil kommt direkt hinterher. Denn während das kleine Modell noch wirklich handlich klein ist, ist das größere eher klobig. Hat dafür aber auch einen größeren Monitor.
Butter bei de Fische: Was kann das Teil? In erster Linie aufnehmen, und das war´s dann auch schon. Und hier der nächste Vorteil der Kamera (und man möge mir die Ausdrucksweise verzeihen): Jeder Vollidiot kann sie bedienen. Es gibt einen Knopf für Start und Stop, zwei zum Zoomen, einen zum Anschauen und einen zum Löschen. Viel einfacher geht´s wohl kaum. Wie es aber so ist, auch dieser Vorteil hat einen Nachteil: Mehr Einstellungen gibt es nicht, also kein Weißabgleich, kein 4:3/16:9-Wechsel, kein Schwarz-Weiß und kein Sepia-Effekt. Aber ganz ehrlich: Wer braucht das schon? Spielerei, mehr nicht.
Ton
Das eingebaute Mikrofon ist OK, für Interviews aus der Nähe reicht es, mehr sollte man nicht erwarten. Der Ton wird im platzsparenden MP4-Format aufgenommen. Die mitgelieferte Software zum Schneiden ist…naja…also wer schon mal ein Schnittprogramm in den Fingern hatte, installiert es sich besser gar nicht erst. Für die totalen Neulinge im Video-Bereich kann es Filme von der Kamera ziehen, mit Musik unterlegt zusammenschneiden und…das war es eigentlich.
Speicher
Ein Problem, das wohl weniger auf der Kamera beruht, aber extrem stört, ist das Löschen von Daten. Wenn man nämlich nach dem Löschen des Speichers nicht den Papierkorb entleert, befinden sich die Videos in den unendlichen Weiten des Rechners. Wenn man die Kamera nun weiter verleiht, findet sie der nächste mit belegtem Speicherplatz vor. Lösen lässt sich dies scheinbar nur, indem der Vorbesitzer die Kamera wieder anschließt und den Papierkorb löscht. Ärgerlich aber wohl nicht zu ändern. Wie gesagt, ist ein Rechner- und kein Kameraproblem, insofern kein Punktabzug.
Bild
Wie sieht es eigentlich mit dem fertigen Material aus? Zufriedenstellend bis gut, um es kurz zu machen. Eigentlich sogar überraschend gut, wenn man die kompakten Maße der kleinen Flip in Betracht zieht. Als Auflösung wird 1280×720 Pixel (720p) angegeben, was zumindest für jeden Online-Einsatz reicht. Und auch daheim am Flachbildschirm lassen sich die Bilder der Flip ohne weiteres sehen.
Die Batteriedauer wird mit 120 Minuten angegeben, aufladen lässt sie sich über den integrierten USB-Stick. Ebenfalls praktisch, da man kein Kabel mehr benötigt. Wenn man unterwegs ist, sollte man jedoch immer ein Adapterkabel oder gleich einen Laptop dabeihaben. (Standardbatterien sollen auch reinpassen, habe ich aber noch nicht auprobiert) Auf den 8GB-Speicher passen bei höchster Qualität xy Minuten, bei geringster xy Minuten. Grundsätzlich sollte man aber immer mit höchster Auflösung filmen, denn das Motto gilt: Kleiner machen kann man immer, größer leider nie. (Gilt hier wie in so vielen Momenten des Lebens) Testvideos findet ihr u.a. hier.
Fazit
Die Flip ist eine Kamera zum Immer-dabei-haben. Schnell ist sie einsatzbereit und leicht zu handeln. Nach den ersten Eindrücken kaum kaputtzukriegen und selbst für absolute Laien leicht zu verstehen. Und genau hier liegt für mich ihr Aufgabengebiet. Denn ich kann es ohne schlechtes Gewissen und ohne große Einweisung jedem Kollegen in die Hand drücken. Falsch machen geht fast gar nicht. Wer dagegen viel Anspruch an seine Video-Filme hat, sollte sich den Kauf gut überlegen und lieber ein wenig mehr Geld in die Hand nehmen. Aber für den (kleinen) Preis gibt es eigentlich nichts besseres.

No related posts.

Ähnliche Artikel bereitgestellt von Yet Another Related Posts Plugin.