Hamburg, die Stadt am Wasser. Wer einmal an den Landungsbrücken stand und auf die andere Elbseite rüberblickte, atmete tief durch und dachte: “Hmmm…tja…also…hübsch ist jetzt was anderes.” Denn auf der Südseite der Elbe befindet sich außer des König-der-Löwen-Theaters fast ausschließlich wenig ansehnliches Industriegebiet. Was tun? So ähnlich wie in der Politik: Wenn einem die Aussicht nicht gefällt, einfach mal die Seite wechseln. Und da ergeben sich plötzlich völlig neue Ansichten.

Und wie kommt man nun zu neuen Ansichten? Man kann entweder mit dem Auto auf die andere Seite fahren (langweilig), den alten Elbtunnel nehmen (Beitrag folgt ein andermal) oder…und jetzt kommt´s…eine Barkassenrundfahrt machen. “Boahhh, wie spannend!” wird jetzt vielleicht der eine oder andere sagen, angesichts der vielen Hafenrundfahrten, die man schon für teuer Geld getätigt hat. (Tipp nebenbei: HVV-Ticket kaufen, kostet etwa 1,70 Euro, und mit der Fähre vom Sandtorkai einmal bis Blankenese und zurück, billiger geht´s nicht)

Aber wer redet denn von einer “normalen” Hafenrundfahrt? Hier geht es um Party, Disco, Musik und Hamburg bei Nacht. Zahlreiche Barkassen bieten im Sommer zu abendlicher Zeit stündliche Rundfahrten an, die von einem DJ begleitet werden. “Rock on the water” sozusagen. Eines der bekanntesten ist “Frau Hedis Tanzkaffee“. 3 Schiffe fahren den Nachtschwärmer, mit Disco-Klängen begleitet, durch den Hamburger Hafen. Auf und unter Deck heißt es bis in die tiefe Nacht hinein: Tanzen, bis die Füße qualmen. Und auch die Preise an Bord sind human, so dass man nicht von modernem Raubrittertum sprechen muss. Da man “Hopp-on-hopp-off” immer wieder abspringen kann, ist es auch für den Beginn eines Abends perfekt geeignet. Wer Frau Hedi folgen möchten, kann das u.a. auf der Website, auf Facebook und auf Twitter tun.

Die folgenden Bilder sind zwar von der “Classic Queen”, stimmen aber auf das Geschehen an Bord jeder der Barkassen ganz gut ein. Großgewachsene Menschen (über 1,90 Meter) sollten aber entweder nur an Deck feiern oder sich auf Nackenschmerzen einstellen. Unter Deck ist die Deckenhöhe nämlich nur sehr begrenzt vorhanden. Ausgelassenes Tanzen und Springen führt dort schnell zu voreiligem Kopfschmerz.

Wenn man Glück hat, kann man auf diese Weise auch wunderschönes Feuerwerk sehen.

Um auf den Beginn des Artikels zurückzukommen: Nicht, dass sich ein Hamburger auf den Schlips getreten fühlt. Es gibt natürlich auch wunderschöne Ansichten der südlichen Elbseite.

Bei der Recherche für diesen Artikel habe ich übrigens eine ganz tolle Seite gefunden: Wohin in Hamburg? Partys, Live-Musik und mehr in der Hafenstadt. Wer wissen will, wo´s abgeht, sollte da mal reinschauen.

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