“…eine Person, die sich durch großes Interesse an wissenschaftlichen oder fiktionalen Themen auszeichnet – üblicherweise, aber nicht ausschließlich, von elektronischer(!) oder phantastischer Natur.” Das ist die Definition eines Geeks bei Wikipedia. Sind demnach nicht wir alle Geeks? Mit “wir” meine ich diejenigen, die bei Twitter unterwegs sind, auf Facebook posten, Skype zum Chatten nutzen, bei Posterous bloggen, Fragen bei Formspring beantworten oder… einfach nur “online” sind.

Die Halbwertszeit, in denen Trends gesetzt werden und wieder verschwinden, scheint immer kürzer zu werden. Oder wie war das noch mit Google Wave, mit Formspring (nutzt das noch jemand?) oder – wie Christian letztlich fragtePip.io? Wo sind die ganzen Hightech-/Wonder-/Best-of-all-Programme, von denen uns vorgeschwärmt wurde? Wie so viele andere, sind auch sie so schnell verschwunden, wie sie aus dem Nichts aufgetaucht sind.

Ein neues Spielzeug ist “Chatroulette“, eine Website, bei dem einem wahllos Online-User zugeworfen werden, mit denen man dann (mit Bild) chatten kann. Das kann manchmal (auf beiden Seiten) zu ungewollten Überraschungen führen. Eine Freundin fragte mich, wie lange dieser “Trend” wohl anhalten möge. Ich antwortete: “Erstens ist das noch lange kein Trend, und zweitens…höchstens zwei Wochen.”

Aber stimmt das? Sind die Trends neuerdings schneller vorbei? Ich glaube nicht. Stattdessen bekomme ich Neuigkeiten aus dem Netz nur schneller mit. Und ebenso schnell sind sie wieder aus dem “Twitter-Kosmos” verschwunden. Ich komme mir in letzter Zeit immer häufiger vor wie eine “Beta-Testgruppe”. Wie jemand, dem man ein unfertiges Produkt hinwirft und dann zusieht, ob es Verbesserungsvorschläge gibt oder das Produkt gleich wieder im Orkus verschwindet. Zu meinen Bekannten, die nicht soo netzaffin sind, schwappt die Welle zumindest meist erst 2-3 Wochen später über.

Was meint ihr? Ist es von Vorteil, immer einer der ersten zu sein, der Trends mitbekommt? Auch auf die Gefahr hin, dass man vor lauter Beta-Versionen die End-Fassung nicht mehr miterlebt? Fühlt ihr euch dadurch als “Geek”, weil ihr jede neue Technik als erster ausprobieren wollt und auf Twitter und Co steht?

PS: Bevor jetzt einer einwirft: “Warum ein Geek und kein Nerd?” zitiere ich besser noch einmal aus der Wikipedia:

  • Zwar zeigt der Geek ein starkes Interesse an Informatik und vor allem Neuen Medien, jedoch besitzt ein Geek im Vergleich zum Nerd eine soziale Umgebung außerhalb des Internets, sowie reale und virtuell-reale Freundschaften.
  • Der Nerd dagegen besitzt schon nahezu eine Sucht auf bestimmte Bereiche der Neuen Medien, wie zum Beispiel Videospiele, und hat dafür meistens seine soziale Umgebung aufgeopfert. Seine Freundschaften sind häufig mehr virtuell als real, und auch die restlichen realen Freundschaften werden mehr und mehr vernachlässigt.

Puhhh…Glück gehabt…doch nur ein Geek. Hoffentlich…

PPS: Diese Woche gehört: “Ein Geek ist jemand, der mit Herzblut bei einer Sache dabei ist.” Finde ich auch viel schöner, diese Definition.

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