“Hast du schon alle Geschenke gekauft?” Diese Frage höre ich seit etwa Anfang November. So wie immer früher das Weihnachtsgeschäft eingeläutet wird, so müssen scheinbar auch die Geschenke immer früher gekauft sein. Überhaupt “gekauft”: Basteln tun ja nur noch die wenigsten. Warum machen wir uns eigentlich wochenlang Ärger? Weihnachten sollte eigentlich das Fest der Liebe sein. Wer aber schon mal in den letzten Tagen vor dem großen Fest ein Kaufhaus von innen gesehen hat (ja, bei uns gibt es noch Kaufhof und Karstadt), weiß, was “Liebe” im Kaufrausch bedeutet: Ellenbogen, Kampf um die letzte Superhelden-Puppe und verstopfte Straßenbahnen. Wer sich also solche Szenen ersparen möchte (ab Minute 07:33)
Versprochen ist versprochen (2/8) – MyVideo
sollte sich gut überlegen, ob er sich dem Weihnachtstrubel aussetzt.
Doch welche Alternativen haben wir?
Alternative 1: Frühzeitig planen
Hoffnungslos. Ich kenne Leute, die Geschenke bereits kurz nach Silvester einkaufen, um keinen Stress zu haben. Wo ist dabei denn der Spaß? Und außerdem…woher weiß ich, dass ich denjenigen, dem ich das Präsent gekauft habe, in zwölf Monaten noch leiden kann?
Alternative 2: Online-Shopping
Ja, schon besser. Nicht umsonst gibt es zahllose Möglichkeiten, im Internet seine Geschenke zu bestellen. Klassisches bei Amazon oder Otto bis hin zu ausgefallenem bei mydays oder Jochen Schweizer. Nachteil: Das Shopping-Feeling kehrt nicht so richtig ein, mir fehlt das links und rechts stöbern und mich inspirieren lassen.
Alternative 3: Nichts schenken
Warum eigentlich nicht? Schließlich traten allein 2008 knapp 300.000 Menschen aus der Kirche aus. (“Kirchenaustritt” ist übrigens der erste Vorschlag von der Safari-Browser-Suche, wenn man “Kirche” eingibt) Von den Religionen, die gar kein Weihnachten feiern, ganz zu schweigen. Nach dem Motto: Wer nicht glaubt, bekommt auch nichts geschenkt. Basta.
Alternative 4: Basteln
OK, ernsthaft. Niemand ist so talentiert, dass am Ende etwas beim Basteln herausspringt, das sich wirklich noch “Geschenk” schimpfen kann. Wenn wir allerdings den Begriff dehnen und in Richtung “Ich bin kreativ und überlege mir etwas, das wirklich von Herzen kommt”, dann kann es doch gar nichts schöneres geben.
Alternative 5: Heiligabend shoppen
Meine Lieblingsalternative. Es gibt kaum etwas entspannenderes als erst am 24. in die Stadt zu fahren. Warum? Es ist niemand außer euch da. Kein Mensch denkt, dass die Geschäfte auch am Heiligabend bis mindestens 12 Uhr geöffnet haben. Also könnt ihr seelenruhig durch die Gänge marschieren und euch inspirieren lassen. Kein Gedränge, kein Geschimpfe. Naja, ein wenig Hektik kann schon aufkommen, wenn nur noch 5 Minuten bis Kassenschluss sind. Aber das macht die ganze Sache ja erst spannend. Und sind wir unter Druck nicht eh am besten?
Alternative 6 war irgendwas mit allein in den Süden fliegen und sich nicht um Familie und Freunde scheren….ach ne, wer macht denn so was?
Worauf ich eigentlich hinaus wollte:
Euch allen, die ihr dieses Blog lest, wünsche ich ein tolles Weihnachtsfest (ob ihr nun feiert oder nicht) und hoffentlich freie und erholsame Tage.
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