Wer sich das Stadtbild Hamburgs einmal genauer ansieht, stellt fest: Hamburger tragen Mützen. Und zwar jeder Coleur: Ballonmütze, Schirmmütze/Käppi, Wollmütze…eigentlich so ziemlich alles, was auf einen Kopf passt. In ganz Deutschland habe ich noch nie so viele Menschen mit einer Kopfbedeckung gesehen wie hier. Warum ist das so? Verfolgt man damit einen bestimmten Code? Hier ein paar Theorien:

Theorie 1 “Die Kälte”

Die kalte Seeluft ist es, die die Menschen dazu bringt, sich eine dicke Wollmütze anzuziehen. Wer schon einmal “Der Sturm” oder die Flensburger-Werbung gesehen hat, weiß, das wird wohl so stimmen. Allerdings sagt uns das Statistische Bundesamt etwas anderes, nämlich dass Hamburg in einer gemäßigten Klimazone liegt und bspw. im Januar eine Durchschnittstemperatur von 1,3 Grad hat. Im Vergleich zum Wetter in München, das im Januar eine Durchschnittstemperatur von -2,4 Grad hat, ist das geradezu tropisch. Solltet ihr also nicht gerade Krabbenfischer sein, fällt diese Theorie eher flach.

Theorie 2 “Der Regen”

Um Menschen mit Vorurteilen gegenüber dem Hamburger Wetter gleich Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, in Hamburg regnet es nicht viel. Dafür oft und lang, so dass man den Eindruck erwecken könnte, die Bindfäden wären hier erfunden worden. Den Regenschirm dagegen hat bekanntermaßen kein Nordlicht erfunden. Wozu auch? Wenn man doch auch eine schicke Mütze tragen kann, die die Haare vor Nässe schützt. Würde passen, denn damit kommen wir zu

Theorie 3 “Die Haare”

“Aber die Frisur” wird der eine oder andere jetzt sagen. “Was ist mit der Frisur unter der Mütze?” Naja, Haargel und -Lack sieht man hier eher als überflüssig an, in Hamburg wird noch “Natur” getragen. Deshalb macht es auch niemandem etwas aus, wenn die Frisur nicht perfekt sitzt. Soll ja bewusst lässig aussehen. Und btw: Wer einmal eine Mütze auf hat, lässt sie auch meistens dort. Thema Haare damit beendet. Und damit gleich zu

Theorie 4 “Die Mode”

Wer in Hamburg schon mal Anzug getragen hat, weiß, er ist overdressed. Außer am Neuen Wall trägt der Hanseat eher Jeans, Sportjacke/Kapuzenpulli und Turnschuhe. Das mag zum einen an der linken Szene in der Stadt liegen, zum anderen daran, dass man damit morgens genau so aussieht wie abends, egal in welchem Bett man die Nacht verbracht hat. Kann ja auch ganz praktisch sein. Und wenn wir mal ehrlich sind: Zum Anzug sieht eine Schirmmütze schon ziemlich bescheiden aus. Obwohl, das wäre schon ziemlich Rock´n´Roll, wo wir auch wären bei

Theorie 5 “Die Musik”

Hamburg ist Rap, Hamburg ist Metal, Hamburg ist Ska…Hamburg ist einfach Musik. Hier wird geschwoft, Hauptsache laut und angesagt. Und zum angesagtesten gehören sicherlich Hip Hop Acts wie Deichkind, Absolute Beginner, Sammy Deluxe und Fettes Brot. Und zum Hip Hop gehört halt ne Mütze.

Theorie 6 war irgendwas mit Aliens und Antenne auf dem Kopf, aber die hab ich dann doch verworfen…

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