…nein, nicht die geistig Armen, obwohl wir uns gerade in der Weihnachtszeit befinden. Selig, das ist eine der Bands, die Mitte/Ende der 90er Jahre großen Erfolg mit rockigen Songs und deutschen Texten hatten. 1999 löste sich die Band auf, zehn Jahre später sind sie wieder da. Gestern Abend spielten sie das letzte Konzert ihrer 2009er Tour bei Radio N-Joy. Und ich hatte das große Glück, dabei sein zu dürfen.

Großer Dank vorab an Tobias, der mich mitgenommen hat. Ohne ihn wäre ich gar nicht reingekommen. Obwohl…Bei den Radiokonzerten von N-Joy ist es so, dass es keine Karten zu kaufen gibt, man kann sie nur direkt beim Sender gewinnen. Zumindest sind wir mit Tobis Auto dorthin, das ein Frankfurter Kennzeichen hat. Ob es daran lag oder an unserem charmanten Lächeln ist nachträglich schwer zu eruieren. Jedenfalls fragte uns beim Reinfahren niemand nach Karte oder sonstigen. Nett winkend fuhren wir an dem Kassenhäuschen vom NDR vorbei. Auch beim Eintreten in das N-Joy-Gebäude gab es keine Kontrolle. Ob das jetzt Zufall oder immer so ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hätten wir noch 23 Leute im Kofferraum mitnehmen können. So ungefähr…Nur so als Hinweis…
Back to Selig: Zehn Jahre nahmen sich die Jungs um Sänger Jan Plewka eine Auszeit, nachdem man sich heftig zerstritten hatte. Davon war bei dem Konzert wenig zu spüren. Zusammen mit Gast-Cellist Hagen – dem heimlichen Star des Abends, der dem Rest der Band schon ein wenig die Show stahl – spielten sie neue und alte Songs, darunter “Sie hat geschrien”, “Ohne dich” und “Bruderlos” sowie die neue Single “Schau schau”.
Selig- Schau schau
Selig | MySpace Music Videos
Kennt ihr das, wenn euch ein Song so mitnimmt, dass ihr einfach die Augen schließt, mitsingt, die Arme hebt und euch gedanklich fallen lasst? So ging es scheinbar dem Mädel neben mir, das zwar (wie so viele andere an dem Abend) altersmäßig noch nicht viel von Selig gehört haben konnte, dafür aber jede Textzeile auswendig mitsang. Von ihrer Faszination haben sie also bis heute nichts verloren.
Es wechselte zwischen leicht rockig und sehr melodiös, Jan Plewka hat immer noch eine unverkennbare Stimme. Für mich ein tolles Erlebnis, weil ich direkt an der Bühne stand. Die erste Reihe habe ich dann aber doch lieber Roumie überlassen, die ich zufällig dort traf. Insgesamt ein toller Abend mit toller Musik und dem Gefühl, dass man nach so einem Konzert direkt zu itunes muss, um die alten Songs zu kaufen.
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Ach, der Herr Mayr erwähnt mich in seinem Blog! Welche Ehre.
Tja, war auch überrascht, Dich dort zu treffen. So langsam merke ich, Hamburg ist auch nur ein Dorf.
Hagen ist wirklich der heimliche Star. Immer wieder. Und dabei immer bescheiden. Das mag ich so an ihm. Darum ist er mir einer der liebsten Freunde in meinem Leben. Großartig in seiner Kunst, das Cello zu spielen, Gefühle damit zu transportieren, Herzen zu erreichen. Bescheiden und immer auf dem Boden geblieben, niemals abgehoben, niemals eingebildet. Ein wunderbarer Mensch, der es mir gestern ermöglich hat, bei diesen außergewöhnlichen Abend dabei zu sein. Mein persönlich schönstes Weihnachtsgeschenk.
Und wer Hagen dieses Jahr noch live erleben will, sollte heute in die Kantine des Schauspielhauses gehen – Dirk Darmstädter spielt Dylan und Hagen spielt dazu Cello. In dieser Kombination demnächst auch auf CD zu erleben.
Die Welt ist ein Dorf. Und ich freue mich immer, bekannte Gesichter wiederzusehen.
Hagen war wirklich toll, der Rest der Band aber auch, sehr gute Musiker.
Leider werde ich es wohl nicht schaffen, heute in die Kantine zu gehen, aber vielen Dank für den Hinweis!