Besetzte Häuser sind für den Düsseldorfer an und für sich eher ungewöhnlich. Lediglich zwischen Flingern und Oberbilk, ganz nah beim ZAKK, gibt es eine kleine Kolonie abrissreifer Häuser, bunt bemalt. Die Kiefernstraße war früher illegal und kostenlos bewohnt, heute leben die Bewohner (größtenteils) in normalen Mietverhältnissen. Hamburg kann über so etwas natürlich nur lachen, hier gibt es zahlreiche rebellische Gegenden, in denen keine regelmäßige Miete über den Tisch geht. So zum Beispiel in der roten Flora, ein autonomes Zentrum direkt auf dem Schulterblatt. Dort finden Partys, Konzerte und Info-Abende statt. Ein weiteres spannendes Viertel ist das Gängeviertel, von dem ich bei Twitter gehört hatte und das ich mir unbedingt anschauen wollte.


Hier, in 12 entmieteten Häusern, nicht weit vom Gänsemarkt entfernt, finden sich zurzeit (kostenlose) Ausstellungen verschiedenster Künstler. Für Kunstliebhaber vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnlich, befinden sich die Bilder nicht hinter Glas, sondern hängen einfach an der Wand, teilweise nur auf normalem DIN A4-Papier gemalt. Von abstrakter Kunst über Pop-Art bis hin zu Comics gibt es hier so ziemlich jede Kunstart, die man sich vorstellen kann. In verlassenen Küchen und heruntergekommenen Räumen entdeckt man so manches Prunkstück, das in konventionellen Ausstellungen hinter zentimeterdickem Glas versteckt wäre.

Hin und wieder finden dort Konzerte statt, ein Besuch lohnt sich also auf alle Fälle. Mehr zur Hintergrundgeschichte des Gängeviertels findet ihr u.a. hier und hier. Bei Twitter könnt ihr dem Viertel natürlich auch folgen. Jetzt aber ein kleiner Vorgeschmack auf das, was euch beim Besuch erwartet:

Wem das alles gefällt und zufällig in Berlin ist, sollte übrigens mal das Tacheles besuchen. Auch dort sind ständig Ausstellungen, Konzerte und Events.

Tacheles
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