…in Kölle.” War mein erster Gedanke, als mich meine Kollegen zum “Dom” einluden. Und dann sei auch noch Familientag. Erst als mir klar wurde, dass es sich bei dem Hamburger Dom um die ortsansässige Kirmes handelte, war ich dabei.


Kirmes, das sind Erinnerungen, die weit in die Kindheit zurückreichen. Als ich klein war, bekam ich von meinen Eltern und Großeltern (wenn ich große Augen machte und lieb guckte) “Kirmesgeld”. Ein paar D-Mark, die ich frei nutzen durfte, um mir Zuckerwatte zu kaufen (die ich nicht mag) und vor allem auf die Fahrgeschäfte durfte. “Fahrgeschäfte”, was für ein grauenvoller Name für Achterbahnen mit Loopings, Schleudertrauma inklusive, Schaukeln, die mir mehr als einmal den Magen umdrehten, und Geisterbahnen, die in meinem kleinen Alter sogar noch gruselig waren.

Dreimal im Jahr gibt es den “Dom” in Hamburg. Dreimal im Jahr? Als Düsseldorfer unvorstellbar. Dort setzen sich die Oberkasseler Anwohner erfolgreich dafür ein, dass die “größte Kirmes am Rhein” lediglich wenige Tage lang ist und die Suche nach dem heiligen Gral einfacher ist, als einen Parkplatz auf der “falschen” Rheinseite zu finden. Die Hamburger setzen jedoch immer noch eins drauf und bieten den zahlreichen Touristen dreimal im Jahr die Gelegenheit, ihr Geld auf einer der zahlreichen Attraktionen loszuwerden.

Doch nicht mit uns, schließlich ist “Familientag”. Kollege Roland sagte nur: “Wir werden uns dumm und dämlich sparen.” Und wo er Recht hat, hat er Recht. Schließlich sind 2,50 Euro für die “Wilde Maus” oder 2 Euro für den Transformer mehr als geschenkt. Wenn man jedoch auf so ziemlich jedes Gerät geht, das einem vor die Füße kommt, gibt man am Ende….. Hach, alles Quatsch, es geht hier um Kirmes/Rummel/Attraktionen/Sensationen, da wird nicht aufs Geld geschaut.

Also rauf auf den “Power Tower”, die Achterbahn und das Geisterbahn. Ran an die Greifarme, bei denen man ungefähr so viele Chancen hat zu gewinnen, wie ein Zuckerwürfel im Monsum zu überleben. Ran an die zahlreichen Fressbuden, an denen es Bratwurst, Pommes, Backfisch und Gyros gibt. Und ja, “Fressen” darf man in diesem Zusammenhang schon gebrauchen. Denn mit vernünftigem “Essen” hat es nicht mehr viel zu tun, wenn man sich an so ziemlich jedem fettigen Stand etwas gönnt. Vom Nachtisch wie Mandeln, Eis und glasiertem Obst gar nicht zu sprechen.

Das krönende Ende des Abends bescherte mir das Riesenrad. Hamburg von oben ist ein Anblick, den ich schon einige Male genießen durfte, jedoch noch nie nachts. Der dunkle Himmel, bedeckt mit hell angestrahlten Wolken, dazu die Reeperbahn mit ihren unzähligen Neonreklamen zeigen die Stadt wahrhaftig in einem anderen Licht. Solltet ihr also mal in Hamburg sein, macht doch einen Abstecher zum “Dom”.

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