„Kein Mensch kann wunschlos glücklich sein, denn das Glück besteht ja gerade im Wünschen.“ Ein Zitat, in dem sicher mehr als nur ein Körnchen Wahrheit steckt. Wäre es nicht grauenvoll, wenn man alles besäße? Wenn man sich auf nichts mehr freuen könnte? Sind Menschen zu beneiden, die sich alles leisten können? OK, vielleicht ein wenig hoch aufgehangen die Geschichte. Wer wäre nicht gerne Millionär Milliardär. Gehen wir mal eine Etage tiefer.
„Durch das Rauhe zu den Sternen“ heißt der Titel dieses Beitrags wörtlich übersetzt. Und eigentlich ist es genau das, was uns “glücklich” macht. Denn nur, wer das “Rauhe” kennt, kann auch die “Sterne”, also das Glück kennenlernen. Oder, wie man es etwas umgangssprachlicher ausdrücken könnte: “Erst wenn du Sch Dreck gefressen hast, weißt du gutes Essen zu schätzen.”
Dieses Prinzip kann man auf viele Situationen im Leben anwenden. Wer täglich einen nigelnagelneuen Jaguar/BMW/Mercedes/Porsche/Ferrari fährt, sollte sich mal ab und zu hinters Steuer eines 18 Jahre alten Polo ohne Lenkkraftverstärker und mit 40 PS setzen. Dann weiß man das Fahrgefühl seines Wagens wieder so richtig zu schätzen. Andersherum funktioniert das leider genauso gut. Seit ich in Ratingen (bei Düsseldorf) das wahrscheinlich beste Rumpsteak meines Lebens gegessen habe, schmeckt mir heute das meiste Fleisch, das ich vorgesetzt bekomme, wie lappriges Leder. Und nach 6 Monaten mit einem neuen MacBook Pro kommt mir das alte (Austauschgerät) wie ein C64 vor, obwohl es nicht wirklich sooo viel schlechter ist.
Auch viele Berühmtheiten nehmen sich eine Auszeit und leben für einige Tage oder Wochen in völliger Wildnis. Matthew McConaughey zum Beispiel hat eine Woche mitten in der Wildnis in seinem Pickup gecampt und sich von kaum mehr als Suppe und Wasser ernährt. Der hat aber auch leicht reden. “Back to basic” heißt bei Promis denn auch meistens nur “Back to basic – aber dann ganz schnell wieder zurück ins Luxusleben”.
Kurz gefasst: Glück kann man nur dann wirklich zu schätzen wissen, wenn man weiß, was es heißt, kein Glück zu haben. Das wünsche ich jedoch keinem. Um es also mit den Worten der Bergmänner zu sagen: Glück auf!
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