Bisher habe ich mich immer selber lustig darüber gemacht, wenn Leute erzählen: “Weißt du noch, damals…?” Gerne pflichte ich Ihnen bei und denke daran zurück “als die Welt noch schwarz-weiß war” oder “das Brötchen noch 15 Pfennig gekostet hat”. Alter ist so eine Sache: Während Frauen damit schwer zu kämpfen haben und ab 29 ihr Alter nur noch mit “29b, 29c, 29d” angeben, werden Männer mit der Zeit nur interessanter (Hoffe ich zumindest). Das Wired-Magazine hat jetzt jedoch eine Liste herausgebracht, die mich wirklich unruhig werden lässt: 100 Things Your Kids May Never Know About.
OK, einen Walkman habe ich besessen, einen C64 auch, das Geräusch eines Nadeldruckers kratzt heute noch in meinen Ohren, am Fernseher habe ich früher per Hand umschalten müssen und auch ich habe Songs ganz oldschool-mäßig in einem Studio aufgenommen. Heißt das jetzt im Umkehrschluss, dass ich alt bin? Oder nicht vielleicht eher, wie schnell sich die Welt heute verändert? Gemach, gemach. Ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Immerhin sind die meisten Punkte in der Liste doch eher “geeky”, also für Leute gedacht, die sich intensiv mit Technik beschäftigen. Die meisten meiner Bekannten würden diese Punkte nichts sagen, und als “alt” würde ich sie nun wirklich nicht einschätzen. Bei diesem Thema kommen mir unwillkürlich wieder die Begriffe von den “Digital Natives” und den “Digital Immigrants” in den Kopf, wobei ich immer noch nicht weiß, wozu ich mich selber zählen soll.
Den letzten Abschnitt der Liste hingegen finde ich am spannendsten, denn mit ihm können sich wohl die meisten identifizieren: “Everything else”. Dort finden sich so interessante Punkte wie:
Sich an Telefonnummern erinnern müssen. Einen Scheck ausstellen. Die gelben Seiten.
Was sind für euch typische Dinge, von denen ihr glaubt, dass sie eure Kinder (Neffen, Kinder eurer Bekannten, die Generation nach euch) nicht kennen werden?
via @nico
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Ich glaube, meine Nachkommen werden keine Papiertickets für den Flieger mehr kennen. Gibt es ja heute auch nur noch äußerst selten, aber wenigstens manchmal.
Und vermutlich kennen die nächsten Generationen keine Verlässlichkeit mehr. Weil man sich, nur weil man verabredet ist, ja nicht bindet. Man kann ja immer noch schnell absagen, wir sind ja alle so schön mobil.
Und was dazwischen kommen kann ja immer… war, glaube ich, früher nicht so.
Pünktlichkeit scheint tatsächlich eine Tugend zu sein, die immer mehr verschwindet. “Komme etwas später” ist heute – dank Handy – an der Tagesordnung. Allerdings hat es auch etwas gutes: Während man sich früher schon mal nicht gefunden hat, kann man heute den wahrscheinlich am häufigsten gebrauchten Satz am Handy nutzen: “Wo bist du?”