Ich weiß, ihr werdet es mir nicht glauben, aber gestern hat mir eine gute Bekannte das Geheimnis des Glücks verraten. Es passierte einfach so. Wir haben miteinander geskyped, gequatscht, gelacht, und plötzlich…. war es da. Und ich bin mir nicht einmal ganz sicher, ob sie selber wusste, was sie da sagte. Aber sie hatte dieses Gefühl in sich, und das ist es, was zählt. Und diese Erkenntnis war noch nie wichtiger. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen wir uns alle darüber die Köpfe zerbrechen, was mit uns geschehen wird, ob wir auch zukünftig Opel Ascona fahren können und ob wir auch morgen noch bei Karstadt für 1,29 Euro ein Pfund Butter kaufen können…. In Zeiten wie diesen brauchen wir alle das Gefühl, glücklich zu sein.

Unglücklich macht uns die Vergangenheit. All das, was uns schlimmes widerfahren ist, was uns heute noch beschäftigt. Unglücklich kann uns auch die Gegenwart machen, also das, was wir gerade als ungerecht empfinden. Aber das, was morgen kommt, steht noch nicht geschrieben. Und genau das kann uns alle glücklich machen. Das klingt jetzt wahrscheinlich gerade unheimlich philosophisch. Oder nach ein positiven Grundeinstellung (“Alles wird gut”). Aber ich probiere es gerade selber aus, und es funktioniert (und nur darauf kommt es an). Es ist die….Vorfreude.

Das folgende Beispiel habe ich diesem Tweet von gestern abend entnommen, und ja, es mag tatsächlich stimmen. Stellt euch einmal vor, ihr wärt so ein richtiger Apple-Fan, ein Nerd, ein Geek. Oder einfach jemand, der das iphone einfach geil toll spitze gut findet. Jetzt kommt die Nachricht, dass das neue Modell in einer Woche in die Läden kommt. Würdet ihr nicht sofort denken: „Oh mein Gott, es kommt bald raus! Ich freu mich so drauf.“ Und ihr werdet die nächste Woche auf Wolke sieben schweben, in der freudigen Erwartung, das Gerät endlich in den Händen zu halten.

Es muss so gegen 1992 gewesen sein, und ich war in der glücklichen(!) Lage, einen Amiga mein eigen nennen zu dürfen. Damals gab es nur eine Firma, die wirklich Computerspiele herstellen konnte, und das war Lucasfilm. Und ich wartete wie verrückt auf den Nachfolger des berühmten “Monkey Island“. Den ersten Teil hatte ich in einer wahnwitzigen Nacht in etwa 18 Stunden Dauerschicht durchgespielt und konnte es nicht erwarten, bis der zweite Teil endlich erschien. Jede Woche ging zu “Joysoft”, dem Computerladen an der Pempelforter Straße und fragte “Ist es schon da?” Und jedesmal bekam ich die gleiche Antwort “Nein!” Die Vorfreude, diese Meisterwerk endlich in den Händen zu halten, machte mich über 8 10 12 Wochen glücklich. Bis es endlich so weit war und ich mein Taschengeld der letzten Wochen endlich auf die Theke blättern konnte. Und von diesem Moment an…begann die Vorfreude auf den dritten Teil.

Anderes Beispiel? Gerne, wie wäre es mit Schokolade? Ihr sitzt auf der Arbeit, denkt euch „Mensch, was würde ich für eine Tafel (Nicht nur ein Riegel, wir reden ja hier schließlich von echtem Glück), für eine Tafel (Hier bitte Lieblingssorte und –geschmacksrichtung einfügen)-Schokolade tun.“ Und ihr wüsstet ganz genau, dass Zuhause im Kühlschrank eine neue, unangebrochene Tafel der feinsten Sorte auf euch wartet. Wärt ihr in diesem Moment nicht glücklick, in der Hoffnung, sie so bald wie möglich aufzureißen und zu vernaschen? (Wir reden hier übrigens immer noch von Schokolade)

Feli hat heute ganz richtig angemerkt, dass es nichts schlimmeres gäbe, als wenn man alles besäße. Man kann dann nicht mehr sagen “Oh, das hätte ich gern, das wünsche ich mir.” Alles haben heißt, sich auf nichts mehr freuen zu können. Also: Seid nicht traurig, wenn ihr nicht alles besitzt. Denn das gute ist, es gibt immer noch etwas, auf das ihr euch freuen könnt. Viel Glück!

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