Wenn Polizisten Bücher schreiben, sollte man denken, dabei kommen Regeln und Gesetze heraus. Dass es auch anders geht, beweisen die Krimi-Cops aus Düsseldorf. Stephan Engel, Ingo Hoffmann, Martin Niedergesähs, Klaus Stickelbroeck, Carsten Vollmer und Carsten Rösler, mit dem ich seit vielen Jahren befreundet bin, bringen bereits ihr zweites Buch heraus: Teufelshaken, ein Krimi über und mit Düsseldorf. Und wie so ein Krimi bei der Polizei entsteht, sagen sie am besten selbst:
“Nach Feierabend saß man noch bei einer Tasse Kaffee zusammen und ließ die Schicht revue passieren. So konnten belastende Einsätze verarbeitet werden, und über die lustigen wurde gelacht. Manche Geschichten waren unglaublich oder so witzig, dass wir uns entschieden, diese Anekdoten in Schriftform festzuhalten. So entstand STÜCK für STÜCK unser Buch.”
Fotograf: Theo Broere
Und deshalb hieß das erste Werk von ihnen auch “Stückwerk“. Kommissar Pit “Struller” und sein neuer Praktikant Jensen können sich zuerst nicht leiden, raufen sich jedoch zusammen, um das Rätsel der Körperteile aufzuklären, die überall im Stadtgebiet auftauchen. Ein Krimi über Düsseldorf, einen(?) Mord und geheimnisvolle Haare auf der Herrentoilette. Ein großer Spaß für Freunde kurzweiliger Unterhaltung und eigentlich ein Muss für jeden Düsseldorfer, denn selten zuvor wurde die Stadt so sympathisch in einem Buch in Szene gesetzt wie hier. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen, hier geschmunzelt, da gelacht und immer wieder darüber nachgedacht “Da warst du doch auch schon mal”
Jetzt ist das neue Buch erschienen: “Teufelshaken”. Und wieder gibt es Tote: Diesmal hat es den “Köbes” (“Wirt” auf Platt) erwischt. Und das ausgerechnet im Uerige, einer der bekanntesten Brauereien Düsseldorfs. Diese Untat darf nicht ungesühnt bleiben. Doch auf dem Weg zur Lösung stehen Struller und Jensen einige Hindernisse im Weg wie Glücksspieler, Karnevalisten und die Bambi-Verleihung. Und was hat Oma Jensen eigentlich im Polizeipräsidium verloren?
Polizisten und Krimis, wie passt das denn zusammen? Ich hatte Gelegenheit, mit den Krimi-Cops zu sprechen und einige Antworten zu bekommen:
Wie kommt man als Polizist auf die Idee, mit mehreren Polizisten einen Krimi zu schreiben?
Entstanden ist das sehr spontan. Nach dem Dienst sitzen wir noch ein bißchen zusammen, und man plaudert über die Geschehnisse des Tages. Das kann einerseits sehr hilfreich sein, wenn man etwas belastendes erlebt, auf der anderen Seite lacht man auch immer wieder gerne gemeinsam über lustige Anekdoten, die so passiert sind. Irgendwann meinte einer, dass man das mal aufschreiben müsse. Einer erwiderte, dass uns das trotzdem niemand glauben würde. Daraufhin sagte der dritte, dann schreiben wir halt einen Krimi. Und ohne dass einer von uns noch daran dachte, kam Martin nach ein paar Tagen mit einer Diskette zur Arbeit und meinte, er habe schon mal angefangen. So ist die Idee entstanden, alles rein zufällig.
Sind die Geschichten frei erfunden, basieren sie auf Tatsachen, oder wie viel Erlebtes fließt in die Geschichte mit ein?
Zunächst ist natürlich klar, dass die Haupthandlung erfunden ist. Es wäre für uns rechtlich gar nicht möglich gewesen, so ohne weiteres von einem wahren Fall zu berichten. Dennoch sind in dem Buch sehr viele wahre Gegebenheiten zu finden. Die Geschichten am Rande, kleine Anekdoten und lustige Erlebnisse sind so – oder in ähnlicher Form – tatsächlich vorgekommen. In Prozenten lässt sich das jedoch nicht angeben. Manche Leute stellen sich die Arbeit der Polizei vielleicht nicht so vor, aber es entstehen durch puren Zufall auch immer wieder Situationen, über die man lachen kann.
Habt ihr keine Angst, dass man den Respekt vor der Polizei verlieren könnte, wenn man die Bücher liest? Auf eurer Internetseite stehen z.B eure Spitznamen, und das Buch hat ja auch einen eigenen Humor.
Alter Spruch, aber er stimmt dennoch: Polizisten sind auch nur ganz normale Menschen! Wir haben Humor, teilweise vielleicht sogar etwas derber als man sich vorstellt, lachen häufig und haben gerne Spaß bei der Arbeit. Natürlich lernt man in diesem Beruf auch eine Menge unschöner Dinge kennen und gerät in Situationen, die einen bis weit nach Dienstende beschäftigen. In anderen Berufsgruppen wird es einem auf unterschiedliche Art und Weise ähnlich ergehen.
Angst davor, dass man den Respekt vor uns verliert, haben wir nicht. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, die Bücher zu schreiben, und wir hoffen inständig, dass wir dem Leser damit eine schöne Zeit bereiten. Ich denke, dass jeder Leser zwischen uns als Privatpersonen, Autoren dieser Bücher und uns in unserem Beruf als Polizisten unterscheiden kann.
Was habt ihr bisher für Rückmeldungen von Kollegen und Vorgesetzten bekommen?
Das hört sich jetzt geflunkert an, ist aber die Wahrheit. Wir haben bisher durchgehend positives Feedback bekommen. Die Kollegen halten das für eine tolle Sache, und von den Vorgesetzten haben wir bisher auch nichts Gegenteiliges vernommen. Ich denke, dass die Polizei in diesem Buch sehr positiv, sehr menschlich rüberkommt. Und da kann doch allen Ernstes niemand etwas dagegen haben, oder?
Gibt es irgendetwas, was ihr zum Schluss noch loswerden wollt?
Wir möchten jedem Leser unserer Bücher einfach nur viel Spaß wünschen. Wir wollen mit den Geschichten unterhalten. Wenn sich der Leser zum Ende des Buches denkt, dass er sich gut unterhalten gefühlt hat, haben wir unser Ziel schon erreicht.
Wer Interesse daran hat, die sechs Krimi-Cops mal live zu erleben (Und ja, sogar Polizisten haben Humor), der kann das u.a. am 7. Juni im DRK auf der Sternstr. 31 in Düsseldorf tun. Start der Lesung ist 14:30 Uhr, Eintritt kostet fünf Euro, und dazu gibts sogar Kaffee und Kuchen.
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Stimmt, muss ich mir auch noch dringend zulegen…. aber irgenwie bin ich mir hier nicht so sicher…
“Nach Feierabend saß man noch bei einer Tasse Kaffee zusammen…”
Kaffee? ;o)