Das Festival des Art Directors Club für Deutschland ist schon wieder vorbei. Wie jedes Jahr gab es wieder zahlreiche Gewinner. Das Internet gehörte dieses Mal leider nicht dazu.
Auf dem Kongress beispielsweise fehlte ein W-LAN-Netz, das man spätestens in den Kongresssälen aufgrund nicht vorhandenen Handy-Empfangs gut hätte gebrauchen können. Doch wer soll es dem ADC verübeln? Die Werbewelt scheint selber noch nicht zu wissen, ob und wie sie die digitalen Medien nutzen soll. Hier wieder das Twitter-Thema anzuschneiden, käme sogar mir komisch vor, denn „Relevanz“ scheint dieses Medium nicht zu besitzen. Auf den großen Partys wie der von Jung von Matt/DDB oder Heimat wurde so gut wie gar nicht getwittert, der Kongress blieb beinahe unkommentiert, von der Preisverleihung ganz zu schweigen. Da konnte auch ein SPIEGEL-Live-Ticker (powered by @saschalobo), der die Verleihung mit unterhaltsamen Sprüchen begleitete, nichts ändern.
Im Vorfeld der Veranstaltung wurde wenig bis gar nicht in Blogs über die Themen des Kongresses diskutiert, währenddessen noch viel weniger. Der Internet-Sender idee09.tv filmte zwar alle Diskussionen ab, leider gab es sie nicht als Stream. Vielleicht sind sie bald online verfügbar. Auffällig wird das Manko an Internet aber vor allem, wenn man sich die prämierten Projekte im Bereich Digitale Medien ansieht. Eine Arbeit wurde mit Gold ausgezeichnet: „23 Tage. Das Fan-Tagebuch“. Diese zeigt, wie man mit einer guten Idee den Konsumenten mit einbezieht und ein großes mediales Echo erzeugt. Darüber hinaus gab es nur einmal Silber für ein Sonderformat für das BMW Museum. Der Rest war unter ferner liefen. Die wirklich großen Ideen in den “neuen Medien” fehlten.
Genug gemeckert, denn inhaltlich wurde (zumindest am Samstag) einiges geboten. Besonders beeindruckt hat mich Prof. Dr. Hans A. Wüthrich, der eine Präsentation zum Thema „Lernen von Musterbrechern – Innovation braucht Widersprüchlichkeit“ hielt. Darin ging es u.a. darum, wie Unternehmen durch das Verlassen bekannter Pfade neue Wege in der Mitarbeiterkommunikation gehen könne. Ebenfalls sehenswert war der Vortrag von Dominic Veken von Kolle Rebbe, der mehr Begeisterung forderte, von Agenturen ebenso wie Unternehmen. Er sprach von sozialen Gemeinschaften, ihren Idolen und wie man es schafft, aus Menschen Anhänger und Fans zu machen. Jakob Augstein vom Freitag und Kollegen aus der Print-Branche diskutierten in der Medien-Runde zum Thema „So viele Nachrichten gabs noch nie. Die Konsequenzen der digitalen Revolution auf das Analoge.“ Meine Erkenntnis: Die Verlage gehen unterschiedlichste Wege, um auf die „Bedrohung Internet“ zu reagieren oder sie sogar für sich zu nutzen. Allerdings bisher ohne wirklich messbaren Erfolg.
Anbei ein Video, das einen kleinen Eindruck vom Kongress geben soll, für all diejenigen, die nicht dabei sein wollten/durften/konnten:
ADC-Kongress 2009 from Markus Mayr on Vimeo.
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