“Funhouse” ist das Motto der diesjährigen Tour der Sängerin Pink. Und genauso kommt die Show auch daher. Donnerstag war der zweite Abend hintereinander, an dem sie in der Hamburger Color Line Arena gastierte. Und nach dem ersten ausverkauften Gig war auch gestern einiges los.


Bevor es allerdings mit Musik und Show losging, bekam man einiges an Werbung in die Hand gedrückt:

Los gings mit “Highway to hell”, im Verlaufe des Abends kam als Cover-Versionen u.a. noch “Crazy” von Gnarls Barkley dazu. Während der 1:45 Stunden langen Performance spielte sie alle ihre Hits, von “Get the Pary started” über “Trouble” bis “Sober”. Rockigen Einlagen folgten langsame, erotische Einlagen auf einem Sofa und einem übergroßen, herzförmigen Bett. Dabei zeigte Pink wieder einmal, dass eine Akrobatin in ihr steckt. In 5-10 Metern Höhe zeigte sie Turnübungen, die jedem Zirkus gerecht worden wären, in langen Stoffen und zusammen mit einem muskulösen Mann auf einer Schaukel. Dabei stockte so manchem zwischendurch der Atem, z.B. als Pink sich aus ca. 8 Metern Höhe in die Tiefe fallen ließ.

Zu den Musikern lässt sich sagen, dass sie ihre Rolle sehr souverän spielten. Schlagzeug, Gitarre, Bass, zwei Keyboards und Geige sorgten für einen stimmigen Rahmen, der je nach Song rockig oder auch romantisch klingen konnte. Einzelne Gitarrensoli ermöglichten Pink einen von sicher 6-7 schnellen Kostümwechseln.

Auf Veranstaltungen scheine ich überengagierte Personen quasi anzuziehen. Mein Sitznachbar war so begeistert, dass er neben spontanen Beifallsbekundungen (“JAAA! Mann war das schöön!”) auch regelmäßig mit seinen Beinen mitwippte. Was heißt mit”wippte”? Er stampfte dermaßen, dass die gesamte Sitzreihe erzitterte. Leider sind wir Deutschen (spätestens bekannt nach Michael Mittermeier) mit dem Talent des unruhigen Rhythmus ausgestattet. So traf er im 4/4-Takt nicht die “12″, sondern eher die 11, die 13, manchmal aber auch elegant die 14.

Insgesamt war es aber ein wirklich toller Abend, der viel von der Präsenz von Pink lebte, aber auch von der restlichen Show, der Musik und dem Bühnenbild vollkommen überzeugen konnte. Zum Schluss allerdings verließ Pink die Stimme, so dass die letzten beiden Songs eher gehaucht, denn gerockt klangen. Das sei ihr aber verziehen. Mein Fazit: Ich würde wieder hingehen.

Zur Color Line Arena sei übrigens gesagt, dass sie für Konzerte nur eingeschränkt geeignet ist. Der Sound war jederzeit gut, man konnte von fast allen Plätzen ausgezeichnet sehen, und genügend Getränke- und Essensstände waren ebenfalls vorhanden. Wer allerdings auf die Idee gekommen ist, 16.000 Besucher durch zwei Ausgänge zu quetschen, bei denen unserer über eine 4 Meter breite Treppe führte, der sollte seinen Planungsschein an der Universität bitte zurückgeben.

Übrigens sind jetzt schon unzählige Videos der gestrigen Show auf Youtube aufgetaucht. Wieder ein Zeichen, wie schnell Realität und Internet miteinander verschmelzen. Hätte ich diesen Beitrag über das WordPress-Plugin für das iphone verfasst, hätte er auch während der Show fertig sein können. Mir fehlen dabei allerdings die Möglichkeiten, Videos einzubetten. Test folgt in den nächsten Tagen.

Update:

Nicht vergessen möchte ich die Vorband “Raygun“, die mir sehr gut gefallen hat. Ein Sänger, der  Mick Jagger jede Ehre macht – sowohl von der Stimme als auch von den Bewegungen – ein Gitarrist, der eine Mischung aus Slash ohne Hut….und noch irgendwas darstellt, sowie Bassist, Keyboarderin und Drummer, die einen gelungenen Sound boten, der das Publikum auf den Hauptact einstimmte.

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