VW, Audi, Mercedes und Co. Die großen Automobilkonzerne drängen mit aller Macht aufs iPhone. Jeder möchte ganz vorne mit dabei sein, wenn es darum geht, seine Marke auf dem begehrten Handy zu platzieren. Doch oft wird außer Acht gelassen, dass der Erste nicht immer auch der Gewinner des Rennens ist.
Audi war der erste Konzern, der ein Autorennspiel für das iphone angeboten hat. Die Resonanz war gewaltig: 370.000 mal wurde das kostenlose Game “Audi A4 Driving Challenge” laut Aussage des Unternehmens allein innerhalb der ersten zwei Wochen aus dem iTunes-Store heruntergeladen. Und was gibt es besseres für einen Konzern, als wenn seine Marke sich prominent auf dem Display zeigt?
Eine Sache bestimmt, nämlich die, dass die User das Unternehmen auch in guter Erinnerung behalten. So findet man in den Rezensionen zum Audi-Spiel Kommentare wie: „Hätte mir von einem Spiel, welches Audi repräsentieren soll, mehr erwartet „ oder „Ich werde es löschen, und immer, wenn ich an Audi denke, den Kopf schütteln“. Von über 6.000 Bewertungen bekam das Spiel 5.000-mal einen Stern, die schlechteste Note überhaupt. Ein Zustand, der Bedenken auslösen sollte. Denn Audi hat einen Ruf zu verlieren. Den eines Auto-Herstellers, der bei seinen Produkten auf höchste Qualität achtet. Den von einzigartigem Design – man nehme nur den Audi TT oder den Audi R8– und den der Sehnsucht, einmal einen zu besitzen. Mit der gleichen Sehnsucht laden sich die User das – kostenlose – Game auf ihr Handy. Einmal im Besitz eines Hight-Tech-Modells zu sein, einmal das Gefühl zu haben, die Wagen wirklich selber zu steuern. Umso größer die Enttäuschung, wenn das Spiel nicht das hält, was der Name verspricht.
Audi ist kein Einzelfall. Viele Unternehmen haben per Schnellschuss eine Applikation entwickeln lassen, nur um als „First Mover“ darzustehen. Oftmals wurde eine Fremdfirma damit beauftragt, ein bereits bestehendes Spiel kurzerhand auf die eigene Marke umzubranden. Dass dies nicht immer gelingen kann, liegt auf der Hand.
Carling hat es vorgemacht, dass eine gute Idee manchmal mehr bringen kann als ausgefallenes Game-Play. Die Applikation des Bierbrauers bestand aus wenig mehr als per Drehen des Handys das volle Glas auszuschütten. Simpel aber effektiv. Denn zu Beginn der iphone-Histerie wollte man seinen Bekannten und Freunden zeigen, was das Gerät alles kann. „Schaut mal her! Das Bier bewegt sich, wenn ich das Handy drehe.“ Diese Euphorie ist abgeflacht und mit einem einfachen Tool wie diesem lassen sich iPhone-Nichtbesitzer nicht mehr über alle Maßen begeistern.
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Mittlerweile sind die technischen Fähigkeiten bekannt, mit Erscheinen des Betriebssystems 3.0 werden die Erwartungen noch einmal ein ganzes Stück höher geschraubt. Und damit gilt für die Hersteller umso mehr, höchste technische Anforderungen zu erfüllen oder eine geniale Idee aus dem Hut zu zaubern.
Was meint ihr: Welches Unternehmen präsentiert sich auf dem iPhone wirklich so, wie man es von ihm erwartet?
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