Das häufigste Fortbewegungsmittel in Hamburg ist das Fahhrad. Das am häufigsten geklaute Fortbewegungsmittel in Hamburg ist ebenfalls das Fahrrad. Obwohl: So genau kann man das eigentlich nicht sagen.

Manchmal glaube ich, es gibt eine höhere Gerechtigkeit im Leben. Etwas, das alles Schlechte und alles Gute irgendwann wieder ausgleicht. Nicht, dass das Leben es mit jedem gleich gut meint. Es gibt reiche und arme Menschen, und dennoch glaube ich, dass es denen mit viel Geld nicht immer besser geht als denen, die wenig haben. Wer die berühmten Geschichten der Lotto-Millionäre gesehen hat, weiß, wovon ich spreche.

Gerechtigkeit: Nehmen wir einmal den Regenschirm. Wer hat nicht schon einmal in seinem Leben seinen Schirm beim Frisör, beim Bäcker oder in der Bahn liegenlassen. Der Ärger darüber verfliegt meist jedoch schnell, denn irgendwo hat der nächste im Zug seinen Schirm ebenfalls vergessen. Wie zerronnen, so gewonnen. Und so geht es weiter und weiter und weiter… Ich habe in meinem Leben schon einige Schirme gekauft, aber keinen wirklich lange behalten. Und so manches Mal wüsste ich wirklich gern, in welcher Stadt – oder gar welchem Land – mein Schirm gerade einem armen Tropf den Kopf trocken hält.

Weitere Gegenstände, die scheinbar gerne vergessen werden, sind Handschuhe:

und Bücher:

Aber zurück zu den Fahrrädern: Gerade morgens sieht man überall Zweiberadelte jeder Coleur durch die Stadt düsen. Den Hippie, den Anzugträger, den Punk. In Amsterdam wird man als Autofahrer gehenkt, wenn man einem Fahrradfahrer zu nahe kommt, in Hamburg wird das ganze etwas lockerer gesehen. Leben und leben lassen. Das gleiche Motto scheint zu herrschen, wenn es um das Besitztum geht. Der Drahtesel, mit dem man morgens aus dem Haus geht, muss nicht zwingend derselbe sein, mit dem man den abendlichen Heimweg antritt.

Es hat etwas von modernem Carsharing: Nimm du ruhig meins, früher oder später erhalte ich es bestimmt zurück. Ein Großteil der Bewohner hat sich deshalb angewöhnt, sein Fahrrad gar nicht erst abzuschließen. Warum auch? Schlösser kosten meist mehr als der Untersatz, den sie schützen sollen.

Hin und wieder gibt es allerdings auch solche, die ihrem Fahrrad die letzte Ehre erweisen, sich aber wohl doch nicht so ganz trennen können. So z.B. dieses Exemplar, das seit Anbeginn meiner Hamburger Zeit an der Brücke am Baumwall gekettet steht, ohne dass irgendjemand Anstalten machen würde, es davon zu befreien. Jeden Abend gehe ich dort vorbei und mache mir Gedanken darüber, was wohl mit dem „Herrchen“ passiert sein mag…

Fahrradstadt Hamburg

Update: Fahrrad ist weg. Ob der Besitzer hier mitliest?

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