Rick Kavanian? Kenn ich nicht.”

In einer Blitzumfrage im Bekannten- und Kollegenkreis offenbarte sich eine überraschende mangelnde Kenntnis des Namens eines Comedian/Schauspielers, der seit Jahren in der TV-Landschaft bekannt und beliebt ist. Als Pavel Pipovic, Dimitri Stoupakis oder als Yeti bewies er in der Bully-Parade sein Talent für unzählige Sprachen, Dialekte und Soundeffekte.

Seit 2006 ist er mit seinem ersten Solo-Programm “Kosmopilot” unterwegs, gestern trat er in seiner neuen Rolle im Wuppertaler Rex auf, der vorletzten Station seiner aktuellen Tour.

Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt: Ricks Frau ist für zwei Wochen unterwegs. Ein Zettel mit “To-Dos”, also Aufgaben wie “Katze füttern, Stromrechnung bezahlen” ist das Abschiedsgeschenk. Da für Rick diese Tätigkeiten bereits schier unlösbar erscheinen, ruft er seine Freunde, einen Griechen und einen Priester Zuhilfe. Diese und viele andere Rollen spielt Kavanian in gewohnter Leichtigkeit, darunter seinen Vater, die Klitschko-Brüder, Jürgen Klinsmann, einen amerikanischen Rapper sowie einen südamerikanischen Lover.

Im Rex, das sich zwar durch eine besondere Atmosphäre, aber auch durch Toiletten aus lang vergangener Zeit und durchgesessene Sitze auszeichnet, zeigte der 38-Jährige eine unglaubliche Spielfreude, die sich schnell auf das Publikum übertrug. Auch wenn zu Beginn noch nicht jeder Witz saß, verliebte man sich schnell in die sympathische Art des Münchners, der selbst kleine Hänger im Programm humorvoll überspielte. Im Zweifel half stets eine Dame, die mit ernstem Gesicht das Geschehen auf der Bühne verfolgte, bei jedem noch so kleinen Gag jedoch total die Beherrschung verlor und schrill losbrüllte. Dies steckte den Großteil der Gäste zusätzlich an. Bei mir selber hatte es ebenfalls einen Effekt, was allerdings eher daran lag, dass sie direkt neben mir saß. Aber nach zwei Stunden überhört man es langsam…

Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend, mit dem großen Vorteil, dass Rick Kavanian jedem der Anwesenden mindestens eine Rolle bot, die man einfach lieben musste. Und so würde ich normalerweise sagen “Hingehen!”, wenn die nächste Station in Bochum Bonn nicht auch die letzte seiner Tour wäre. Jedoch muss man nicht extra die Theaterbühnen Deutschlands besuchen, um Kavanian in Aktion zu sehen. Sein neuer Film “Mord ist mein Geschäft, Liebling” läuft aktuell in den Kinos. Eine Komödie um zwei Auftragskiller, einen Roman und viele Verwechslungen. Mit Christian Tramitz, Nora Tschirner, Axel Stein, Bud Spencer (ja, der lebt noch) u.v.m. Ich werde mir den Film in der nächsten Woche sicher ansehen, denn einige meiner Bekannten waren bereits drin und haben herzlich geschmunzelt und gelacht. Und das heißt etwas.

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